Unsere Geschichte

FORSTHAUS 

UNTERNOGG

Dort wo einst König Ludwig speiste...

König Ludwig der II reiste oft von Schloss Linderhof nach Schloss Neuschwanstein und zurück. Auf seinem Weg kam er auch in Unternogg vorbei, wo er des Öfteren im Forsthaus einkehrte. Die Straße von Trauchgau nach Unternogg wird noch heute als Königsstrasse bezeichnet.


Aus der Geschichte Unternogg...

Aus der Chronik der Pfarrei Unterammergau, verfasst von den Pfarrern Heislainger und Ambos, um 1902: "Sophienthal oder Unternogg liegt vom Pfarrorte 1 ¾ Stunden entfernt und besteht gegenwärtig (1902) aus drei Wohnhäusern, einschließlich des Försterhauses in dem zugleich eine Gastwirtschaft betrieben wird. Es liegt in einem Winkel eines Waldes an der Halbammer, wo dieselbe aus Schluchten der Berge hervorbricht. Vor wenigen Jahren war der Ort noch unbewohnte Waldgegend, in der Nogg genannt. Nachdem 1845 Graf von Dürckheim Montmartin den sogenannten Steingädner Anteil am Trauchgebirge erwarb, entstand das Forsthaus in der Nogg, nebst Sägmühle und Köhlerhütten. Der Amtliche Name des Ortes ist Sophienthal, derselbe hat aber bei dem Volke in der Umgebung noch keinen Eingang gefunden. Dieses blieb bei dem Namen auf der Nogg oder Unternogg."

Quelle: Chronik der Pfarrei Unterammergau 1902


Die Kapelle zum Wilden Jäger...

Einst Königshäuschen - heute Hubertuskapelle

Exakt an der Stelle, wo einst das Königshaus Ludwigs II. stand, befindet sich heute die "Hubertuskapelle". Jakob Alletsee aus Oberammergau ließ sie im Jahre 1903 errichten. Wann das Königshaus abgerissen wurde, wissen wir nicht. Doch aus einem Schreiben des Forstamtes Oberammergau an die Königliche Regierungsforstabteilung vom 14. Mai 1903 geht hervor, dass das Königshaus schon damals nicht mehr existierte. Alletsee, so heißt es dort, habe den Standort gewählt, um die Erinnerung an das "ehemalige Königshaus" festzuhalten, zumal "die beim Abbruche nicht beseitigte Betonplatte ein gänzlich unproduktives Terrain darstellt". Außerdem habe ihn "ein Gefühl des Dankes gegen Gott" zum Bau der Kapelle gedrängt, weil er "45 Jahre bei den schweren Holzarbeiten in den Halbammerwaldungen an Leib und Leben unbeschädigt und unverletzt geblieben sei." Obwohl Alletsee die Kapelle - wohl aufgrund eines Missverständnisses - zunächst ohne Baugenehmigung errichtete, befürwortete das Forstamt Oberammergau das Unterfangen nachträglich: Die Kapelle komme "dem religiösen Grundzuge des Gebirgsbewohners entgegen"; und "die Erinnerung an das Königshaus" verdiene schließlich Anerkennung.

Immerhin sind die Fundamente des Königshäuschens noch deutlich zu sehen. Der Standort liegt in einer Talmulde, umgeben von mehreren kleineren Gipfeln der Trauchberge: Wachsbichel (1316 m), Lauskopf (1363 m), Schwabenkopf (1346 m) und Roßkopf (1272 m). Neben der Kapelle befand sich zu König Ludwigs Zeiten ein großer Pferdestall - inzwischen ein Dienstgebäude der Forstverwaltung "Beim Wilden Jäger".

Als Tal- und Versorgungsquartier für das Königshäuschen an der Halbammer diente damals das Forsthaus Unternogg (840 m), wo Ludwig II. zuweilen auch übernachtet haben soll. Das Forsthaus nahe der Ortschaft Altenau nördlich von Unterammergau ist heute ein beliebtes Gasthaus mit Biergarten. Am Wanderparkplatz - 200 m hinter dem Haus - beginnt der bequeme Wanderweg durch die wildromantische Schlucht der Halbammer zum "Wilden Jäger" (980 m), dem einstigen Standort der königlichen Berghütte.


Das Marterl bei der Ewigkeitsbrücke

Zur Erinnerung an das tragische Unglück steht bei der "Ewigkeitsbrücke", wo die Halbammer auf die linke Seite des Forstweges wechselt, ein Martel. Es erinnert an den königlichen Kurier Leonhard Gindhard aus Wurmansau (einer Ortschaft nahe dem Halbammertal), der hier 1885 ums Leben kam. Zugleich mahnt das Marterl indirekt auch alle Wanderer zur Vorsicht: Bei Unwetter kann es in der Halbammerschlucht gefährlich werden!